Ronse (rad-net) - Auch am zweiten Tag der Straßen-Weltmeisterschaften der Para-Cycler in Ronse (Belgien) hat das deutsche Team weitere Medaillen im Zeitfahren gesammelt. Paralympics-Siegerin Maike Hausberger holte Silber, genauso wie WM-Debütantin Marie Quellhorst. Für Pierre Senska gab es Bronze.
Dass es am Ende die Silbermedaille hinter der Australierin Emily Petricola in der Startklasse C3 geworden ist, war selbst für Quellhorst überraschend. Sie hat erst vor einem Jahr mit dem Para-Radsport angefangen, nachdem sie zuvor in der Para-Leichtathletik aktiv war. «Dass ich jetzt eine Medaille mit nach Hause nehme, ist bei mir noch gar nicht richtig angekommen», sagte Quellhorst.
In zwei schwierigen Runden über 23,2 Kilometer mussten sich Marie Quellhorst und ihre Konkurrentinnen zunächst an den Regen anpassen, der gegen Mittag einsetzte. Die schwierig zu befahrenen Kurven wurden Lara Wolleschensky zum Verhängnis. Die WM-Debütantin stürzte und schloss am Ende auf dem achten Platz ab.
Auch die erfahrene Maike Hausberger (C2) hatte mit der Strecke zu kämpfen: «Es war ein sehr langes und hartes Rennen - das längste Zeitfahren, dass ich je gefahren bin». Das Resultat war aber ein zufriedenstellendes für Hausberger, die 14 Sekunden hinter ihrer Dauerrivalin, der Schweizerin Flurina Rigling, ins Ziel kam. «Ich kann mit meiner Leistung und der Silbermedaille absolut zufrieden sein.»
Mindestens genauso zufrieden war Pierre Senska (C1). Nach zwei vierten Plätzen im Zeitfahren im vergangenen Jahr bei den Paralympics und der WM klappte es dieses Mal endlich mit dem Podiumsplatz. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,37 Sekunden auf den Franzosen Thomas Tarou fuhr Senska zu Bronze. Silber ging an den Polen Zbigniew Maciejewski, Gold holte der favorisierte Spanier Ricardo ten Argiles. «Ich kann es noch gar nicht richtig glauben, meine erste Zeitfahrmedaille», freute sich Senska, dem das Wetter ebenfalls zu schaffen machte: «Unser Rennen war bei dem Regen brutal schwierig. Ich bin die erste Runde sehr kontrolliert gefahren, doch als der Bundestrainer mir gesagt hat, dass es richtig gut aussieht, hab' ich gedacht: jetzt alles oder nichts. Und jetzt stehe ich hier mit der Bronzemedaille.» Michael Teuber landete in derselben Startklasse auf dem fünften Rang.
Vanessa Laws (C4) belegte den fünften Platz. Jakob Klinge (C5) und Matthias Schindler (C3) fuhren jeweils die sechstbeste Zeit und sicherten sich damit für die Kader-Zugehörigkeit die so wichtige Top-8-Platzierung. Anja Renner - sonst im Para-Triathlon erfolgreich - und ihre Pilotin Antonia Milowsky erreichten bei ihrer ersten Para-Radsport-WM den siebten Platz auf dem Tandem.
Ab dem heutigen Samstag werden die WM-Titel in den Straßenrennen vergeben.
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