Perth (rad-net) - Zum Auftakt des ersten Bahn-Weltcups 2026 in Perth in Australien haben die deutschen Rennfahrerinnen und Rennfahrer gleich zwei Siege und einen weiteren Podestplatz einfahren können.
Im Ausscheidungsfahren wurde Moritz Augenstein seiner Favoritenrolle gerecht. Der 28-Jährige siegte vor Thomas Cornish (Australien) und Raphael Kokas (Österreich). Dabei bediente er sich einer im Ausscheidungsfahren ungewöhnlichen Taktik: Etwa zur Hälfte des Rennens hatte Augenstein angegriffen, holte rund eine halbe Runde Vorsprung heraus, wurde nicht mehr eingeholt und konnte sich aus den Sprints heraushalten. «Damit ist das Triple komplett: Mein erster Weltmeistertitel, mein erster Europameistertitel und nun der erste Weltcupsieg», freute sich Augenstein, der im Herbst WM-Gold im Scratch gewann und sich im Sommer zum Derny- beziehungsweise im Februar zum Zweiermannschafts-Europameister krönte. Am Sonntag tritt er noch mit Roger Kluge im Zweiermannschaftsfahren an. Kluge startet morgen im Omnium.
Schon in der Teamsprint-Qualifikation waren Maximilian Dörnbach, Luca Spiegel und Nik Schröter in 43,367 Sekunden vor Tschechien (43,488) am schnellsten. In der Zwischenrunde konnten die Tschechen zwar den Spieß um drehen, aber als Zweitschnellste kamen die Deutschen souverän in Finale. Dort setzte sich das deutsche Nationalteam dann in einem engen Rennen in 43,230 Sekunden mit etwas weniger als einer Zehntelsekunde Vorsprung gegen Tschechien durch. «Alle drei sind stark gefahren und haben sich auch von einem Fehlstart in der ersten Runde und der damit verbundenen nur kurzen Erholungszeit nicht aus der Ruhe bringen lassen», sagte Bundestrainer Jan van Eijden. Für das Trio war es der erste Weltcupsieg im Teamsprint.
In der Qualifikation zum Teamsprint der Frauen hatten Lea Sophie Friedrich, Pauline Grabosch und Clara Schneider in 46,762 Sekunden auch Bestzeit gefahren, allerdings lagen die Chinesinnen (46,843) nur acht Hunderstelsekunden hinter ihnen. Im Finale konnte sich das deutsche Trio zwar nochmal steigern, doch auch China konnte noch einmal zulegen und siegte in 46,304 Sekunden gegen die Deutschen (46,410). «Clara, Lea und Pauline haben jeweils gute Zeit gefahren, aber wir müssen uns eingestehen, dass die Chinesinnen nach einer Runde schon eine halbe Sekunde Vorsprung hatten. Das wird dann eng auf dem Niveau, das wieder aufzuholen. Deshalb müssen wir mit Platz zwei zufrieden sein», so Van Eijden. Insbesondere Grabosch als letzte Fahrerin machte viel Boden gut, doch am Ende fehlte rund eine Zehntelsekunde.
Unter anderem aufgrund des Krieges im Nahen Osten haben einige Nationalteams wegen Anreiseproblemen auf eine Weltcup-Teilnahme in Perth verzichtet. So waren im Teamsprint der Männer nur fünf Mannschaften am Start, bei den Frauen waren es vier. Auch in der Mannschaftsverfolgung, in der Deutschland auch nicht vertreten war, traten nur vier beziehungsweise ein Team an.
Holt euch die News aus der Welt des Radsports mit der App von rad-net direkt aufs Handy!
