Aigle (rad-net) – Die Union Européenne de Cyclisme (UEC) wertet die Gravel-Europameisterschaften ab 2026 deutlich auf und führt erstmals ein offizielles Qualifikationssystem ein. Ziel ist es, die sportliche Qualität und den Prestigewert der kontinentalen Titelkämpfe zu erhöhen, ohne dabei den Breitensport auszuschließen.
Kernstück der Reform ist die Kopplung an die UCI Gravel World Series: Alle europäischen Qualifikationsrennen innerhalb der zwölf Monate vor den Titelkämpfen gelten künftig automatisch auch als Qualifikationsrennen für die EM. Die besten 25 Prozent pro Kategorie sichern sich einen Startplatz.
Für den Kampf um die Europameistertrikots gelten künftig strengere Voraussetzungen:
Nur Fahrerinnen und Fahrer, die sich sportlich qualifiziert haben und über eine ganzjährige Lizenz samt gültiger UCI-ID verfügen, dürfen um die Titel fahren.
Amateure bleiben weiterhin willkommen. Sie können wie gewohnt mit Tageslizenz starten, sind aber nicht titelberechtigt. Für die Teilnahme mit Tageslizenz wird ein medizinisches Attest verlangt.
Der jeweilige Ausrichter der EM erhält ein Kontingent an Wildcards. Diese ermöglichen Startplätze ohne vorherige Qualifikation. Die genaue Anzahl soll in den nächsten Monaten bekanntgegeben werden.
Die Gravel-Europameisterschaften behalten ihren Status als offizielles Qualifikationsrennen für die Gravel-Weltmeisterschaften. Titelanwärter müssen außerdem in Nationalmannschaftsbekleidung starten, was den Charakter einer kontinentalen Meisterschaft weiter stärken soll.
Die kommenden Austragungsorte für die Gravel EM sind Houffalize in Belgien am 30. August 2026, Lahti in Finnland 2027 sowie Silkeborg in Dänemark 2028.
Mit der neuen Struktur möchte die UEC den Leistungsanspruch erhöhen und sicherstellen, dass Europas stärkste Gravel-Fahrerinnen und -Fahrer den Weg an die Startlinie finden. Gleichzeitig wird das Event für Breitensportler offenbleiben.
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