Madrid (rad-net) – Mehrere Fahrer- und Veranstaltergruppen haben laut der spanischen Zeitung Marca einen Vorschlag zur Reform der UCI-Punktevergabe eingereicht. Ziel ist es, Rundfahrten gegenüber Eintagesrennen wieder aufzuwerten und bestimmte Ungleichgewichte im aktuellen System zu reduzieren.
Derzeit bieten viele Eintagesrennen im Verhältnis zur Renndauer mehr Punkte als Etappenrennen. Ein Beispiel: Ein Eintagesrennen der Kategorie 1.1 vergibt 607 Punkte, während eine fünftägige Rundfahrt der Kategorie 2.1 lediglich 735 Punkte bietet. Auch im Profibereich zeigt sich dieses Verhältnis deutlich: Ein 1.Pro-Eintagesrennen bringt 1.120 Punkte, eine fünftägige Rundfahrt derselben Kategorie 1.405 Punkte. Der Sieg in einem Monument (800 Punkte) liegt zudem nur knapp unter dem Gewinn der Gesamtwertung des Giro d’Italia (UCI 2.UWT) oder der Vuelta (1.100 Punkte).
Das führte in den vergangenen Jahren dazu, dass Teams vermehrt Eintagesrennen priorisierten, um effizienter Punkte zu sammeln. Besonders deutlich machte dies 2025 XDS Astana, das sich aus dem Abstiegsbereich kämpfte, indem es mehrere Fahrer weit vorne platzierte und so die Punkteverteilung optimal ausnutzte. Teammanager Alexandr Vinokurov bestätigte diese Strategie: «Das Ziel war natürlich, Punkte zu sammeln – manchmal sogar mehr als Siege einzufahren.»
Der neue Vorschlag sieht vor, die Punktevergabe bei Rundfahrten neu zu strukturieren. Demnach sollen Etappenrennen künftig pro Tag rund 70 Prozent der Punkte eines gleichwertigen Eintagesrennens erhalten. Die Gesamtwertung soll 50 Prozent der Punkte eines Rennens ausmachen, 40 Prozent würden auf die einzelnen Etappen entfallen. Zehn Prozent wären für Sonderwertungen wie Punkte-, Berg- oder Nachwuchstrikots vorgesehen.
Der Vorschlag liegt nun der UCI vor und soll in kommenden Sitzungen weiter diskutiert werden.
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